Untitled 1 Wetterstation Gevenich
 
Titelbild
 
Wetterticker  
 
Menüleiste
Home
Messdaten
Weitere Messdaten
Vorhersagen
Wetterwarnungen
Blitzortung
Weiteres
Archive
Externe Links
Messnetzwerke
Testbereich
Infos
Facebookseite
Counter
Thema des Tages
Thema des Tages von Gestern den 21.01.2019 - (neu um 11 Uhr)
  Die Schwächen der Nordatlantischen Oszillation  
     
  An dieser Stelle wurden Ihnen schon des Öfteren Zirkulationsmuster in der Atmosphäre und deren Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Deutschland nähergebracht. Ein "Klassiker", auf den man dabei immer wieder stößt, ist die sogenannte "Nordatlantische Oszillation", kurz NAO. Letztmalig erfuhr sie die volle Aufmerksamkeit im Thema des Tages vom 13.11.2016.

Die Nordatlantische Oszillation beschreibt mit Hilfe des NAO-Index die Lage und Intensität der atlantischen Westwindzone. Die Grundlage dafür bilden die Luftdruckunterschiede der im klimatologischen Mittel anzutreffenden Druckgebilde mit dem Islandtief auf der einen und dem Azorenhoch auf der anderen Seite. Dabei entsteht eine Ausgleichsströmung, die bestrebt ist, diese Differenzen wieder auszugleichen. Diese Ausgleichsströmung, die wir als Wind wahrnehmen, findet ausgangsweise vom hohen zum tiefen Druck statt (von den Azoren nordwärts nach Island = Südwind). Sie wird aber infolge der Erdrotation (Corioliskraft) auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt. So ergibt sich effektiv ein Westwind. Positive NAO-Indizes sind dabei häufig mit mildem Wetter zur Winterzeit in Mitteleuropa verbunden, da mit einer strammen westlichen Strömung milde Luftmassen vom Atlantik weit landeinwärts (teilweise bis nach Osteuropa) transportiert werden. Sind die Druckgebilde hingegen schwächer als im Mittel ausgeprägt oder kehren sich gar um (Hoch bei Island, Tief bei den Azoren), so stellen sich gerne sogenannte blockierende Wetterlagen ein. Dann können sich kalte Luftmassen leichter über Mitteleuropa ausbreiten (selbst bilden oder aus Norden/Osten zu uns gelangen). Der klassische NAO-Index basierte noch auf den stationsgebundenen Luftdruckgegensätzen zwischen Ponta Delgada (Azoren) und Reykjavik (Island). Moderne Verfahren berücksichtigen mehr die Gesamtsituation. So schaut man sich basierend auf der numerischen Wettervorhersage Druckabweichungen in höheren Luftschichten (ca. 5,5 km) an und zwar auf größeren räumlichen (zwischen 20 Grad nördlicher Breite und dem Nordpol) und zeitlichen Skalen (Referenzzeitraum 1950-2000).

Doch genug zur Theorie. In der Praxis stellt sich die Großwetterlage aktuell wie folgt dar: Südlich des umfangreichen Tiefs JANNO mit Kern von rund 975 hPa bei Island erstreckt sich ein Bereich hohen Luftdrucks vom Seegebiet westlich der Azoren bis knapp westlich von Portugal, der lediglich durch ein kleinräumiges, schwaches Tief unterbrochen ist. Folglich ist der NAO-Index positiv, was auch den Berechnungen des amerikanischen Klimavorhersagezentrums zu entnehmen ist. Demnach liegt der Wert nahe +1 (siehe angehängte Grafik). Und dennoch ist das Wetter bei uns winterlich! Wie passt das zusammen? Zum einen gibt es trotz statistischer Häufung natürlich immer Ausnahmen. Im aktuellen Fall verdanken "Kälteliebhaber" diese Ausnahme dem Hoch BRIGIDA über Südostpolen, dessen Einflüsse noch bis zu uns reichen. Sobald also in irgendeiner Form ein "schützendes" Hoch über Nord- oder Mitteleuropa liegt, tun sich die Protagonisten über dem Atlantik mitunter schwer. Zum anderen verweisen Studien darauf, dass Zusammenhänge zwischen positivem NAO-Index eine statistisch erhöhte Häufigkeit mit milden Temperaturen und viel Regen vor allem für Norddeutschland zutreffen, für Süddeutschland hingegen weniger.Das hängt vorrangig mit der Orographie zusammen. Gerade in den Tälern und Senken hält sich vorhandene Kaltluft (Kaltluftseen) bei nur geringen Windgeschwindigkeiten häufig sehr zäh. Ein entscheidender Faktor ist zudem die Position des Islandtiefs. Je weiter östlich, desto größer die unmittelbare Schubkraft der milden Atlantikluft. Bei einem Tiefkern westlich von Island stiegen beispielsweise die Chancen, dass eine bereits bestehende Blockade über Mitteleuropa hält.

Fazit: Allein den NAO-Index zu Rate zu ziehen um abzuschätzen, ob eine winterlich geprägte Witterungsphase in Deutschland ansteht, geht häufig schief. Berücksichtigt man dagegen den zeitlichen Verlauf und aktuelle Prognosen der NAO, die Position des Islandtiefs sowie eventuell vorhandene blockierende Hochdruckgebiete über dem Kontinent, führt das in der Regel zu brauchbaren Ergebnissen. Probieren Sie es doch einmal aus!

Dipl.-Met. Robert Hausen Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 21.01.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 
 
Untitled 1
Thema des Tages - Gestern
Thema des Tages von Vorgestern den 20.01.2019
  "Blutmond" bei frostigen Temperaturen  
     
 

Für die Astronomie-Fans findet das erste Großereignis des Jahres statt. Montagfrüh ist in Deutschland eine totale Mondfinsternis und damit ein sog. "Blutmond" am Himmel zu sehen. Wer das Naturschauspiel live miterleben will, muss den Wecker ziemlich früh stellen und sich auch warm anziehen, denn die Temperatur liegt verbreitet im Frostbereich.

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond: Der Vollmond befindet sich dann im Kernschatten der Erde, diesmal für ganze 63 Minuten. Darüber hinaus sind Venus und Jupiter nah beieinander am Himmel zu sehen.

Da der Mond nur rund 357.000 Kilometer von der Erde entfernt ist, erscheint er etwa zehn Prozent größer als gewöhnlich. Außerdem steht er niedrig über dem Horizont und wirkt dadurch noch einmal größer.

Die totale Mondfinsternis nennt man gerne auch "Blutmond" wegen seiner rotbraunen Farbe. Dies wird dadurch verursacht, dass die Sonnenstrahlen in der Erdatmosphäre gebrochen werden und nur das langwellige rötliche Restlicht zum Mond gelangt. Die Färbung hängt auch von den Wetterbedingungen ab, die an dem Tag herrschen.

Wer den blutroten Mond von Anfang an live ansehen möchte, muss ziemlich früh aufstehen. Um 3:35 Uhr MEZ wandert der Mond in den Halbschatten der Erde und erreicht schließlich um 4:34 Uhr den Kernschatten. Um 5:41 Uhr beginnt die totale Finsternis und um 6:44 Uhr ist die Totalität der Finsternis wieder vorbei. Ideal für die Beobachtung der Finsternis ist eine freie Sicht in Richtung Westen zum Horizont.

Wie sehen die Wetterbedingungen bei diesem Event aus? Mit Sicherheit kann man sagen, dass abgesehen von den nordfriesischen Inseln überall in Deutschland Frost zwischen -1 und -5 Grad, in der Mitte und im Osten sogar zwischen -5 und -10 Grad herrscht. Es wird also eine ziemlich kalte Angelegenheit sein. Mit einem heißen Tee oder Kaffee kann man die Kälte etwas erträglicher machen.

Wolkentechnisch sieht es für große Teile Deutschlands ganz gut aus, denn der Himmel ist überwiegend klar oder gering bewölkt, abgesehen von vereinzelten flachen Nebelfeldern, die sehr schwierig vorherzusagen sind. Ausnahmen gibt es leider: Ganz im Norden driften Wolkenfelder herein und auch im Süden Deutschlands, etwa südlich einer Linie Karlsruhe - Weiden in der Oberpfalz, bleibt die Wolkendecke meist geschlossen.

Für diejenigen, die eine zusätzliche Motivation benötigen, um dem Wecker so früh einzustellen und bei frostigen Temperaturen draußen zu sein: Die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland findet erst wieder in neun Jahren statt, nämlich am 31. Dezember 2028 (laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR).

Dipl.-Met. Marco Manitta Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 20.01.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 
 
Untitled 1
Klimatische Wasserbilanz
Warning: file(./!!_Text_Herunterladen/Wetterwarnungen/Wetterwarnung_index.txt): failed to open stream: No such file or directory in /homepages/9/d347519607/htdocs/Wetter/Menue/DWD Wetterberichte/Thema des Tages/Wetterwarnung.php on line 62

Warning: implode(): Argument must be an array in /homepages/9/d347519607/htdocs/Wetter/Menue/DWD Wetterberichte/Thema des Tages/Wetterwarnung.php on line 62
Aktuelle Werterwarnungen
 
Warning: file(./!!_Text_Herunterladen/Wetterwarnungen/Wetterwarnung_index.txt): failed to open stream: No such file or directory in /homepages/9/d347519607/htdocs/Wetter/Menue/DWD Wetterberichte/Thema des Tages/Wetterwarnung.php on line 94
 
     
   
 
Menüleiste Rechts
 
 
Link
Links
 
 
Wetterpopl Wetterspiegel   Wettersektor